Herzlich Willkommen beim CVJM Hof
Die CVJM-Geschichte
Von der Gründung des ersten CVJM in London bis zur
Gründung des ersten CVJM in Berlin
In seinem Buch "Von London nach Berlin
- Der CVJM im Aufbruch" beschreibt Karlheinz Eber die Geschichte des CVJM. Der folgende
Bericht gibt den Inhalt des Buches in kurzen Auszügen wieder.
Der erste CVJM wurde in London am 06.06.1844 von 12 jungen
Männern gegründet. George Williams war einer von ihnen. George Williams war der
8. Sohn von Elisabeth und Amos Williams. Aufgewachsen ist er auf einem Bauernhof
in Südwestengland. Er sollte Kaufmann werden, da man bald bemerkte, dass er
sich als Bauer nicht eignen würde. So wurde er Lehrling bei einem Tuchhändler
in Bridgewater. Da sein Chef fromm und Mitglied einer Gemeinde war, stand in
seinem Lehrvertrag, dass er jeden Sonntag den Gottesdienst in der Gemeinde
seines Lehrherrn besuchen müsse. An einem Sonntag im Winter 1937 vertraute
George sein Leben Gott an und wurde so Mitglied in der Gemeinde, besuchte
Bibelstunden und wurde Mitarbeiter in der Sonntagsschule. Nach seiner Lehre
wechselte er mit 20 Jahren in die Fa. Hitchcock & Rogers. Nach ein paar
Jahren wurde er dort Handelsherr und Teilhaber und heiratete die Tochter des
Chefs. Bald fand George unter den Kollegen einen, mit dem er beten konnte.
Dieser Kreis wuchs stetig an. Mit der Zeit war eigentlich vom Lehrling bis zum
Chef der ganze Betrieb von dieser Bewegung erfasst und für Christus gewonnen.
Doch George wollte mehr. Er suchte Verbindung zu anderen Firmen, um dort Handlungsgehilfen
zum Glauben zu führen.
So wurde am 06.06.1844 der erste CVJM gegründet.
Von Anfang an war der CVJM eine ökumenische Bewegung. Die jungen
Männer kamen aus der Staatskirche und von Freikirchen. Ziel war es, junge
Männer für Christus zu gewinnen, so leistete der CVJM Hilfsdienste für die
Kirche. Den Vorwurf, man würde den Kirchen junge Menschen entziehen, konnte man
zurückweisen. Der CVJM führte den Gemeinden ungleich mehr solcher jungen Kräfte
zu. Im CVJM wurde man Arbeiter, nicht Genießer.
Im Urlaub zog George ins Land hinaus, um Vereine zu gründen.
George ließ sich in „unbesetzte Gebiete nieder und fing dort mit
CVJM-Arbeit an.
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George Williams
* 11.10.1821
+ 06.11.1905 |
Ein wichtiges Datum für die CVJM
Geschichte ist die Londoner Ausstellung 1851 gewesen. Die Ausstellung wurde von
vielen Menschen besucht und so wurde diese Ausstellung als „Missionsfeld“
betrachtet und die Botschaft der Bibel dort verbreitet. Es wurden 550
öffentliche Veranstaltungen vom CVJM angeboten, 362.000 Schriften verteilt und
ca. 1.000 Veranstaltungen fanden in Betrieben statt. Die Zahle der jungen
Männer, die in diesem Jahr mit der Botschaft von Jesus erreicht wurden, wird
auf ca. eine Millionen geschätzt.
Ein Jahr später musste George nach
Paris reisen. Er fand dort keinen CVJM vor. Er rief einige Männer aus dem
evangelischen Leben zusammen und machte die Notwendigkeit eines CVJM deutlich.
Nach wenigen Wochen wurde dort der 1. CVJM Frankreichs gegründet. Ein
Handlungsreisender aus den Niederlanden war bei der Gründung dabei und brachte
die Bewegung in seine Heimat.
George Williams war nicht nur Chef
seiner Angestellten, sondern auch Seelsorger. Sein Büro war eine Städte der
Gottesanbetung. „Gott zuerst“ stand an der Wand seines Arbeitszimmers und
danach lebte er auch.
Im August 1855 fand die erste
Weltkonferenz in Paris statt. Durchschnittsalter der Beteiligten war 23! 99
Delegierte vertraten 338 Vereine mit etwa 27.000 Mitgliedern. Aus Deutschland
kamen 4 Vertreter von 130 Jünglingsvereinen. Der erste CVJM in Deutschland
wurde aber erst 1883 in Berlin gegründet. Die Pariser Basis wurde von den 99
Delegierten in französischer Sprache abgefasst und unterschrieben. Seither ist
sie Grundlage des CVJM-Weltbundes und gilt bis heute.
„Die Christlichen Vereine Junger Männer haben den Zweck, solche junge
Männer miteinander zu verbinden, welche Jesus Christus nach der heiligen
Schrift als ihren Gotte und Heiland anerkennen, in ihrem Glauben und Leben
seine Jünger sein und gemeinsam danach trachten wollen, das Reich ihres
Meisters unter den jungen Männern auszubreiten.“
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Weltbundzeichen: |
1881 – 1978 |
1978 – 1985 |
ab 1985 |
Es wurde noch ein Zusatz verabschiedet:
„Dass keine an sich noch so wichtige
Meinungsverschiedenheit über Gegenstände, die diesem Zweck fremd sind, die
Harmonie der brüderlichen Beziehungen der verbundenen Vereine stören solle.“
1973 wurde diese Pariser Basis zuletzt bestätigt. Nach dem
2.Weltkrieg ging in den deutschen CVJM’s die Bewegung dahingehend, dass auch
Mädchen und Frauen als gleichberechtigte Mitglieder in den Verein aufgenommen
wurden. Das führte zur Namensänderung. Aus „Christliche Vereine Junger Männer“
wurden „Christliche Vereine Junger Menschen“. Eine Zusatzerklärung des
deutschen CVJM zur Pariser Basis macht deutlich, wie die Pariser Basis heute zu
verstehen ist.
„Die CVJM sind als eine Vereinigung junger Männer
entstanden. Heute steht die Mitgliedschaft allen offen. Männer und Frauen,
Jungen und Mädchen, aus allen Völkern und Rassen, Konfessionen und sozialen
Schichten bilden die weltweite Gemeinschaft im CVJM. Die Pariser Basis gilt
heute im CVJM-Gesamtverband in Deutschland e. V. für die Arbeit an allen jungen
Menschen.
Zeitlebens hatte George Williams ein
offenes Herz und eine offene Hand für die Mission. So wurden ca. 50 Boten für
den Dienst in die Mission entsandt. Ein Höhepunkt im Leben von George Williams
war die 50-Jahr-Feier des Londoner CVJM. Die Bewegung hatte sich auf etwa 5.000
Vereine mit einer halben Millionen Mitglieder ausgedehnt. Kurz vor dem Jubiläum
wurde er von Königin Viktoria für seine Dienste an der Menschheit in den
Adelsstand erhoben. Als man ihn fragte, was ihm im Blick auf sein langes Leben
am meisten bewege, antwortete er: „Dankbarkeit, Dank gegen Gotte für seine
Güte, dass er mich gebraucht hat, als den geringsten unter seinen Knechten,
sein Reich unter jungen Männern auszuarbeiten.“ Am 06.11.1905 starb George
Williams. Er wurde in der St. Pauls’ Cathedral beigesetzt. Seine Grabinschrift
lautet: „Mein letztes Vermächtnis und es ist ein köstliches – sind die
Christlichen Vereine Junger Männer. Ich überlasse sie euch, geliebte junge
Männer vieler Länder, um sie voranzutragen und auszubreiten. Ich hoffe, ihr
werdet in dieser Arbeit ebenso glücklich sein, wie ich es gewesen bin und noch
mehr erreichen, denn das wird einen Segen bedeuten für euch selbst und für die
Seelen großer Scharen anderer.“
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Friedrich von Schlümbach
* 27.06.1842
+ 21.05.1901 |
Mit Friedrich Schlümbach kam der CVJM
nach Deutschland. Friedrich Schlümbach wurde 1842 in Schwaben geboren und
reiste mit 17 Jahren zu seinen Bruder nach Amerika. Er arbeitete dort in
Steinbrüchen, wurde Lehrer, Geschäftsmann, Soldat, Postbeamter, Herausgeber
einer Zeitung, Parteiredner und schließlich atheistischer Agitator. 1861
kämpfte er im Bürgerkrieg im Heer der Nordstaaten und wurde Hauptmann. Er wurde
schwer verwundet und betete in seiner Angst, dann kam er ins Lazarett und wurde gesund,
bald war der Anflug von Reue und Besserung wieder weg. Es ging mit ihm bergab.
Er sich einer Kompanie von Deutschen an, die sich allabendlich betranken. Als
ein junger Freud von ihm starb, hielt er eine atheistische Grabrede. Er schloss
sich den Atheisten an und bekannte sich mit Leidenschaft zur Gottlosigkeit. Er
wurde Führer der deutsch-amerikanischen Atheisten und wurde deren Hauptredner.
Er verlangte von den Mitgliedern ein Gelöbnis, dass in der Versammlungshalle
für Atheisten niemals eine Bibel aufgelegt oder Gottes Wort verkündigt werden
dürfte. Mit 26 Jahren traf er seinen General Albrecht wieder, der lud ihr für
ein Wochenende in sein Haus ein. Der General fragt ihn: „Haben sie den Herrn
Jesus lieb?“ Schlümbach antwortete: „Herr General, ich hasse ihn und halte
jeden, der an ihn glaubt für einen Narren.“ Am Samstagabend verpasste
Schlümbach den letzten Zug. Frau Albrecht forderte Schlümbach auf, sie am Sonntag
in die Kirche zu begleiten. Er ging mit. Eine lahme Predigt, die er am Sonntag
hörte, bestätigte ihn aber in seiner Grundeinstellung. Nachmittags wurde er in
die Sonntagsschule geführt. Kinder sangen Lieder und er nahm eine ihm von Frau
Albrecht gereichte Bibel an. Es wurde Psalm 23 gelesen. Schlümbachs spürte
Gottes Geist und er rührte sein Herz an. Danach fand eine Veranstaltung statt,
zu dieser begrüßte General Albrecht Friedrich Schlümbach, stellte ihn vor und
forderte ihn auf, nach den Liedern und einer Ansprache eine Rede zu halten. Er
solle doch der versammelten Gemeinde sagen, dass er ein Ungläubiger sei, dass
es keinen Gott gäbe und er solle versuchen es hier zu beweisen. Nach einem Lied
fing Schlümbach an zu schluchzen. Was tat er? Er sagte nur wenige Worte und
bat, wenn es einen Gott gebe, für ihn zu bitten. Schließlich nahm Schlümbach
noch an einer Abendveranstaltung teil, der Prediger lud ein, das Evangelium
anzunehmen und sich durch das Blut Christi reinigen zu lassen. In Schlümbach brach
in diesem Augenblick ein Feuer aus. Er selbst: „Ich bat den Herrn, er möchte
mir, einem armen Sünder, helfen, und in diesem Augenblick hat er mich
angenommen und seither bei sich behalten.“ Schlümbach ließ sich zum Prediger in
der Methodistenkirche ausbilden. 1879 berief ihn der amerikanische CVJM zum
Sekretär für die deutschsprachigen Vereine in den USA.
1882 wurde Schlümbach zur
Evangelisation nach Berlin gerufen. Er sah die Not der jungen Leute in Berlin
und setzte folgenden Aufruf in die evangelische Tageszeitung „der Reichsbote“:
„Alle diejenigen Herren, welche sich
für die Gründung seines Christlichen Jungmännervereins interessieren, dessen
Aufgabe es sein soll, den Tausenden von jungen Männern, die hier den vielen und
großen Versuchungen aufgesetzt sind, die christliche Bruderhand zu bieten und
sie den Herrn Jesus zuzuführen, sind hiermit freundlichst eingeladen für
Montag, 22.01 nachmittags 3 Uhr, Behrenstr. 29, 1. Treppe zu einer Besprechung
mit Herrn Pastor Friedrich von Schlümbach, dem Bundessekretär des CVJM von
Nordamerika.“
Es kamen 16 Männer, Schlümbach
berichtete von der Arbeit des CVJM in Amerika und entwickelte ein Programm für
den zu gründeten CVJM in Berlin. Ein CVJM wurde gegründet, mit dem
stellvertretenden Vorsitzenden Eberhard von Rothkirch. Am Tag des öffentlichen
Beginns der Vereinsarbeit verließ Schlümbach Berlin. So brachte also Friedrich
von Schlümbach den CVJM von Amerika nach Berlin.
Es gab aber auch noch Tiefschläge im
Leben Schlümbachs. So war er in eine unglückliche Spekulation verwickelt und
seine Frau weigerte sich mit ihm zu einer neuen Pastorenstelle in Cleveland zu
ziehen, die Ehe wurde später geschieden. Innerlich wurde er jedoch immer wieder
froh. Er diente bis zu seinem Tod am 21.05.1901 in einer Gemeinde.
Eberhard von Rothkirch stammte aus
einem schlesischen Rittergut. In der Großstadt lernte der junge Mann das Hof-
und Stadtleben in vollen Zügen kennen. Geriet dann aber unter den Einfluss der
Erweckungsbewegung. Als er Friedrich von Schlümbach begegnete, war er schon
gläubiger Christ.
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Eberhardvon Rothkirch
* 03.08.1852
+ 15.12.1911 |
Eberhard von Rothkirch wurde als
Vorsitzender des Vereins bald dessen geistlicher Mittelpunkt. Sein Sprechzimmer
bezeichnete man als den „gesegneten Beichtstuhl“ in ganz Deutschland. Er wollte
zu Jesus führen. Bei der Ernennung zum stellvertretenden Vorsitzenden bei der
Gründung des Berliner CVJM wehrte sich Rothkirch noch gegen dieses Amt, er wäre
nicht geeignet, habe keine entsprechende Kenntnis usw. Schlümbach lies dies
alles aber nicht gelten, und berief ihn in sein Amt. Ein Freund hat Rothkirch
einmal nach den Zielen des neuen Vereins gefragt. Rothkirch hat geantwortet:
„Keine Ahnung.“ Aus dieser anfänglichen Ahnungslosigkeit wurde bald eine
zielorientierte und vorbildliche CVJM-Arbeit, dank Gottes Wirken. Zielbewusst
führte Rothkirch die CVJM-Arbeit, die ihn zutiefst befriedigte. Er wurde
„Seele“ des Ganzen. 1883 wurden 506 junge Männer Mitglieder im Verein. Um die
Jahrhundertwende waren es 20.000. Es wurde ein CVJM-Haus gebaut und am
20.10.1889 eingeweiht. Es war sehr beachtlich, hatten doch Verbände der
deutschen Kunst, wissenschaftliche Körperschaften usw. noch keine eigenen
Häuser. So wurde der Verein zum Vorbild für viele Vereine in Deutschland. Ein
Mediziner trug 1886 denn CVJM-Gedanken nach München. Zahlreiche Zeitungen
nahmen kostenlose Inserate für den CVJM auf, so dass damit viele junge Männer
angesprochen werden konnten. Auf Bahnhöfen, in Polizeibüros und Pferdewagen
durfte plakatiert werden.
Rothkirch war ein gelebter Glaube
wichtig. Rothkirch war nicht zart besaitet, er besaß eine angeborene
Heftigkeit. Manchem war er zu laut, er vergaß Verabredungen und führte damit
peinliche Situationen herbei. Im weltlichen Sinne War Rothkirch kein
bedeutender Mensch. In Wissenschaft und Politik bewegte er sich in Rahmen
seiner Erziehung, Fremdsprachen lagen ihm nicht. Und dennoch gehörte er zu den
Großen im Reich Gottes. Tausende wurden durch ihn gesegnet. Am 15.12.1911 starb
Eberhard von Rothkirch. Man fand ihn friedlich in seinem Sessel sitzend,
heimgerufen zum Herrn. Eberhard von Rothkirch war zum Vorbild des Dienstes an
jungen Männern geworden. Er war ein Mann des Gebets, der immer der Stimme
Gottes folgte.
Zuletzt noch ein Wort das irgend jemand einmal gesagt hat:
„Wir sollen die Väter im Glauben nicht kopieren, aber kapieren.“